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Eine neu entwickelte genetische Typisierungsmethode
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28. Juli 2010

Das Buruli Ulkus ist eine Infektionskrankheit, die jedes Jahr Tausende von Kindern heimsucht. Die nur schwer zu behandelnde, von Bakterien verursachte Erkrankung tritt in den Tropen und Subtropen auf und verursacht chronische Geschwüre und Deformationen. In den letzten beiden Jahren hat das internationale Forschungskonsortium «Stop Buruli» an Projekten zur Erforschung dieser vernachlässigten Krankheit zusammengearbeitet.

 

28 Juli 2010: Basel (Schweiz), Melbourne (Australien), Legon (Ghana);  

Eine aktuelle Studie von Mitgliedern des Stop-Buruli-Konsortiums zeigt das Potential einer neu entwickelten, auf Genomsequenzierung basierenden genetischen Typisierung zur Erforschung der Übertragung des Mycobacterium ulcerans (M. ulcerans) Bakteriums, dem Erreger des Buruli Ulkus.

 

Ein internationales Team von Forschern am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH), am Noguchi Memorial Institute for Medical Research in Ghana und an der University of Melbourne in Australien nutzte modernste DNA-Sequenzierungstechnologien zur Entwicklung eines neuen hochauflösenden DNA-Typisierungsverfahrenens. Diese Methode trägt beträchtlich zum besseren Verständnis herkömmlicher epidemiologischer Daten bei.

 

«Die Ergebnisse geben neue Einblicke in die bislang unbekannten Übertragungswege des Buruli Ulkus und könnten damit letztlich auch zur Vorbeugung beitragen», sagte Profes-sor Gerd Pluschke vom Swiss TPH. «Die Tatsache, dass das Buruli Ulkus räumlich fokal übertragen wird, lässt hoffen, dass eine verbesserte Erkennung und frühzeitige Behand-lung der Erkrankung in Kombination mit Massnahmen zum Infektionsschutz die Verbrei-tung der Krankheit eindämmen könnte.»

 

Die Ergebnisse, die am 20. Juli im Open-Access-Journal PLoS Neglected Tropical Diseases veröffentlicht wurden, zeigen, dass Bakterienstämme aus den Endemiegebieten des Buru-li Ulkus welche bisher als genetisch identisch betrachtet wurden, über die Erkennung von feinen Unterschieden in ihren Genom-Sequenzen auseinandergehalten werden können.

 

Diese genetischen ‚Fingerabdrücke’ erlaubten es den Forschern nachzuweisen, dass M. ulcerans Bakterien nicht über grosse Distanzen hinweg, sondern sehr fokal übertragen werden. Dies deutet darauf hin, dass das Buruli Ulkus entgegen der bisherigen Meinung nicht durch den Kontakt mit verunreinigtem Flusswasser übertragen wird.

 

Den Autoren der Studie zufolge sollten chronische Buruli-ulcer-Läsionen als Reservoir von M. ulcerans mit in Betracht gezogen werden. Während die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch selten zu sein scheint, ist denkbar, dass M. ulcerans von chronischen Wunden aus in eine gegenwärtig noch unbekannten Umweltnische, möglicherweise Insekten, ausstreut. Die anschliessende Infektion von Bewohnern innerhalb der gleichen Siedlungen durch die infizierten Insekten könnte eine Erklärung für das beobachtete lokale Clustering bestimmter genetischer Varianten von M. ulcerans darstellen.

 

Weitere mikroepidemiologische Studien mit der neuen Typisierungsmethode sollen nun helfen, das Rätsels um die Übertragungswege von M. ulcerans zu lösen. Dies könnte erheblich zur Bekämpfung der Krankheit beitragen.

 

 

Über das Buruli Ulkus. Beim Buruli Ulkus, der dritthäufigsten mykobakteriellen Erkrankung, handelt es sich um eine mit lokalem Gewebstod einhergehende Hauterkrankung, die hauptsächlich Kinder und Jugendliche in Westafrika befällt, jedoch auch in Australien, Asien und Lateinamerika auftritt. Die Übertragungswege des Erregerbakteriums M. ulcerans sind kaum bekannt. Dies liegt zum Teil daran, dass die gängigen Methoden der molekularen Typisierung bislang nicht über das für eine genaue mikroepidemiologische Analyse notwendige Auflösungsvermögen verfügten. Das Buruli Ulkus wird mit langsam fliessenden Wasserläufen und Sumpfregionen in Verbindung gebracht. Bisher wurde allgemein angenommen, dass die Ansteckung in Verbindung mit einer Verletzung der Haut über ein Wasser-assoziiertes Umweltreservoir erfolgt.

 

Ansprechpartner und weitere Informationen

 

Allgemeine Informationen:  

 

Stop Buruli Communications
c/o UBS Optimus Foundation
Augustinerhof 1
Postfach
CH-8098 Zürich

 

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www.stopburuli.org

 

Informationen zu Forschungsaktivitäten:  

 

Prof. Gerd Pluschke, PhD
Leiter der Med. Parasitologie / Infektionsbiologie
Schweizerisches Tropen- & Public HealthInstitut
Socinstr. 57
CH 4002 Basel

 

Tel: + 41 61 284 82 35
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