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Im Vorfeld des „WHO Annual Meeting on Buruli Ulcer“ in Cotonou,
Benin, trafen sich Ende März 2009 die Mitglieder des Stop Buruli
Forschungskonsortiums zum ersten Jahresmeeting nach Aufnahme der
praktischen Forschungsarbeiten im August 2008. Dabei wurden erste, sehr
vielversprechende Resultate besprochen, Erfahrungen ausgetauscht und
der Weg zu einer noch vertiefteren Zusammenarbeit entlang der vier
Forschungsschwerpunkte geebnet.
Die Mitglieder des Forschungskonsortiums in Benin
Nach nur wenigen Monaten seit Bestehen des Forschungskonsortiums wurden
am ersten Jahresmeeting des Stop Buruli-Konsortiums bereits äusserst
vielversprechende Resultate präsentiert. Insbesondere scheint sich ein
erster Durchbruch bei der Entwicklung einer Feintypisierungsmethode von
genetischen Stämmen des Krankheitserregers „Mycobakterium ulcerans“
abzuzeichnen. Prof. Tim Stinear, der Leiter des Meetings erklärt:
„Vereinfacht gesagt erlaubt uns diese Technik zum ersten Mal Isolate
des Erregers derselben Region zu vergleichen. So können Rückschlüsse
auf die Übertragungsmechanismen gemacht werden. Anderseits können wir
dank dieser Technik erkennen, ob es sich beim wiederholten
Krankheitsaufkommen bei einer Person um einen Rückfall – ausgelöst
durch den Ersterreger – oder aber um eine Neuinfektion handelt. Dies
wird uns wichtige Erkenntnisse bezüglich des Verlaufs der
Antibiotika-Therapie liefern.“
„Dass so schnell so wichtige Ergebnisse vorgelegt werden konnten,
liegt unter anderem daran, dass die technischen Arbeitsgruppen
unmittelbar mit Beginn der Förderung durch die UBS Optimus Foundation
in eine hochaktive Forschungsaktivität treten konnten“, erläutert
Prof. Gerd Pluschke, leitender Koordinator des Konsortiums. „Die
feld-orientierten Projekte haben längere Anlaufphasen. Es braucht Zeit
um geeignete endemische Gebiete und Behandlungsgruppen zu
identifizieren, lokale Gegebenheiten zu berücksichtigen und Studien
durch die Ethikkommissionen und nationale Aufsichtsbehörden genehmigen
zu lassen,“ führt er weiter aus. “Aber all diese Vorbereitungen sind
auf sehr gutem Wege. In der kommenden Phase können die Feldstudien
eingeleitet werden. Dies wird uns erlauben, die eingeplanten Synergien
zwischen Arbeitsgruppen und den vier Forschungsschwerpunkten voll zu
entwickeln.“
Signatur der Cotonou-Deklaration
Aber nicht nur die Aktivitäten des Stop Buruli Konsortiums geben Anlass
zu Hoffnung. Anlässlich des jährlichen WHO Buruli Ulcer Meetings vom
30. März bis 3. April 2009 wurde die Yamoussoukro Deklaration von 1998
in einem feierlichen Akt in Anwesenheit des Präsidenten von Benin,
Thomas Yayi Boni, und vielen wichtigen Exponenten anderer
westafrikanischer Länder neu als „Cotonou-Deklaration“ unterschrieben
und verankert. Dr. Christian Johnson, Buruli-Beauftragter des
Gesundheitsministeriums von Benin und Mitglied des Stop Buruli
Konsortiums, war organisatorisch stark involviert. Er ist überzeugt:
„Nur mit einem politischen Engagement können Ressourcen mobilisiert und
nationale Buruli-Programme geschaffen werden. Zudem wird die Erneuerung
der Deklaration die Sensibilisierung gegenüber dieser schrecklichen
Krankheit gerade auch in betroffenen Ländern auf Regierungsebene
erhöhen.“
Trotz aller positiver Zeichen: Buruli Ulcer ist nach wie vor eine
der am meisten vernachlässigten Tropenkrankheiten, die unsägliches Leid
über Tausende von Menschen und deren Familien bringt. Es braucht auch
in Zukunft ein gemeinsames Engagement von Regierungsstellen,
internationalen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Spendern
und Forschungsinstituten, um das Leben der Betroffenen so schnell wie
möglich verbessern zu können.
Franziska Reich von Ins, Communications Stop Buruli
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