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Neues Mitglied für die Initiative «Stop Buruli»
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17. April 2010

Das Konsortium begrüsst den an der Universität von Arizona, USA, tätigen amerikanischen Anthropologen Dr. Mark Nichter als neues Mitglied der Initiative «Stop Buruli». Mit Dr. Nichter als Leiter des Organisationsbereichs Sozio-Ökonomie und Kultur verstärkt und intensiviert das Konsortium nun seinen Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet der Sozialwissenschaften. Sozio-ökonomische und kulturelle Faktoren wie beispielsweise Armut begünstigen nicht nur die weitere Ausbreitung von Infektionskrankheiten, sondern erschweren darüber hinaus auch die Umsetzung effektiver Kontrollmassnahmen. Die sozio-ökonomische Forschung ist somit in jeder Hinsicht ein Schlüsselelement bei der Überwachung und beim Management von Infektionskrankheiten.


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Derzeit bereitet Dr. Nichter Untersuchungen zu folgenden Aspekten vor:

  • Verzögerte Inanspruchnahme medizinischer Versorgung
  • Rate abgebrochener und nicht den Vorgaben entsprechender ambulanter Behandlungen
  • Effektivität der ehrenamtlichen medizinischen Mitarbeiter und eventueller Einsatz traditioneller Mediziner bei der Früherkennung von BU
  • Direkte und indirekte Kosten, Möglichkeiten sowie Sozialkosten in Verbindung mit der Behandlung von Buruli
  • Dezentrale Versorgung von Buruli-Patienten und Vorschläge von Forschungsmitarbeitern, um die Effektivität zu steigern und das Engagement der Mitarbeiter aufrechtzuerhalten


Anhand von Basisdaten werden mit strategischer Unterstützung durch Patienten und Klinikmitarbeiter Studien durchgeführt, bei denen auch Pilot-Interventionen erfolgen, die eine frühzeitigere Behandlung und genauere Einhaltung von Behandlungsvorgaben erreichen sollen. Diese Studien sollen in einem Jahr beginnen.


Mehr über Mark Nichter erfahren Sie im Internet


Interview mit Mark Nichter:

Nichter

Was hat Sie dazu bewogen, der Initiative «Stop Buruli» beizutreten?
Neben meinem starken Interesse an Infektionskrankheiten waren noch verschiedene andere Faktoren für diese Entscheidung massgeblich: das grosse Leid der Patienten, das Fehlen von sozio-ökonomischer Forschung und der zweifelsfrei vorhandene Bedarf in diesem Bereich sowie die starke Motivation seitens der Forscher, die im Land leben. Ausserdem gibt diese Krankheit aus epidemiologischer Sicht Rätsel auf. Und ich mag schwierige Rätsel.

Welcher Beitrag darf aus soziologischer Sicht erwartet werden?
Unsere formative Forschung wird den Aspekten Übertragung, Erkennung und Behandlung der Krankheit zugutekommen. Ich hatte beruflich viele Jahre mit Tuberkulose (TB) zu tun, und daher bereitet mir auch das Potenzial einer Medikamentenresistenz bei Buruli grosse Sorgen. Bei Präparaten wie Rifampicin muss in der dezentralisierten Behandlung konsequent auf die Einhaltung aller Vorgaben geachtet werden. Wir müssen diesem Punkt Aufmerksamkeit schenken, denn er betrifft neben Buruli Ulcer auch andere Krankheiten.

Sehen Sie Herausforderungen, was die Arbeit in einem interdisziplinären, internationalen Team angeht?
Zweifelsohne wird es in der Praxis grosse Herausforderungen geben, doch bin ich sicher, dass wir diese gemeinsam bestmöglich bewältigen werden, da die Forschungsgruppen grossen Respekt füreinander aufbringen. Durch E-Mail-Kommunikation und Workshops lernen wir, zusammenzuarbeiten und unsere Stärken zu bündeln. Wir werden mit einheitlichen Forschungsleitfäden arbeiten, die auf die speziellen Umstände des jeweiligen kulturellen Kontextes zugeschnitten sind, und wir stimmen unsere Forschung an den Standorten in den drei Ländern ab.

Konnten Sie bereits früher Erfahrungen mit ähnlichen Projekten sammeln?
Durch meine Arbeit als medizinischer Anthropologe auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und vektor-assoziierten Erkrankungen in Entwicklungsländern verfüge ich über ein beträchtliches Mass an Erfahrung. Die Arbeit mit und die Organisation von interdisziplinären Forschungsteams sind mir bestens vertraut: So bin ich seit mehr als 20 Jahren als soziologischer Berater für das International Network for Clinical Epidemiology (INCLEN) tätig und ich war Mitglied des USA Institute of Medicine Panel on Sustaining Global Surveillance and Response to Emerging Zoonotic Diseases.

 
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