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Rudolf Geigy Preis geht an Dr. Alphonse Um Boock aus Kamerun |
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Der fünfte Rudolf Geigy Preis geht an Dr. Alphonse Um Boock aus Kamerun. Ausgezeichnet wurde er wegen seiner herausragenden Leistungen in der Gesundheitsforschung und der Krankheitsbekämpfung im Bereich der vernachlässigten Krankheiten in Westafrika. Der Arzt hat einen Master in Public Health und ist Mitglied des Lenkungsausschusses des "Stop Buruli"-Konsortiums und lokaler Vertreter der Leprahilfe Emmaus Schweiz in Yaoundé, Kamerun.
Wie Prof. Dr. Marcel Tanner, Stiftungspräsident und Direktor des Schweizerischen Tropeninstitutes in seiner Laudatio ausführte, hat sich Dr. Um Boock ganz der Bekämpfung von vernachlässigten Krankheiten verschrieben und ist seit längerem aktiv in der Erforschung und Bekämpfung von Buruli Ulcer. Mit grossem Geschick hat er es in wenigen Jahren geschafft, das Bewusstsein in verschiedenen Kreise für diese heimtückischen Krankheit zu schärfen und das Gesundheitssystem in Kamerun zu verbessern. Dr. Alphonse Um Bock hat nicht nur eines der besten Krankheitsüberwachungssysteme in Westafrika etabliert, sondern auch neue Zentren für Labordiagnosen und Behandlung geschaffen. So setzte er national und international neue Standards für eine Gesundheitsversorgung, die mit wenigen finanziellen Mitteln auskommen muss und dennoch ein Optimum an Wirkung erzielt. Dr. Um Boock hat sein breites Wissen und seine Erfahrungen stets in die Lehre eingebracht und der WHO sowie vielen nationalen und internationalen Organisationen zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig hat er immer die Bevölkerung in seine Arbeit miteinbezogen und die Probleme und Bedürfnisse der Armen wahrgenommen.
Die Rudolf Geigy Stiftung
Die Rudolf Geigy Stiftung wurde vom ersten Direktor des Schweizerischen Tropeninstituts, Professor Rudolf Geigy, gegründet. Die Aufgabe der Stiftung besteht darin, das Schweizerische Tropeninstitut in Forschungs- und Lehrprojekten zur Verbesserung der nationalen und internationalen Gesundheit zu unterstützen. Der Rudolf Geigy Preis, welcher alle zwei Jahre verliehen wird, ehrt einen herausragenden Wissenschafter oder Public Health Spezialisten. In den meisten Fällen haben die Preisträger nicht nur grossen Enthusiasmus für die Wissenschaft gezeigt, sondern auch schwierige Lebensumstände in Kauf genommen. Die Stiftung anerkennt mit diesem Preis den Empfänger als überragenden Vorreiter im Bereich der Tropenmedizin und der Internationalen Gesundheit.
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Interview mit Dr. Alphonse Um Boock
Was bedeutet Ihnen dieser Preis persönlich?
Es ist eine sehr grosse Ehre, diesen Preis entgegenzunehmen. Diese Auszeichnung ist eine grosse Motivation, mich weiterhin im Kampf gegen Buruli Ulcer zu engagieren. Diese Krankheit stellt in Kamerun ein sehr grosses gesundheitliches Problem dar. Wir registrieren jährlich rund 700 neue Fälle, betroffen sind insbesondere Kinder.
Welche nächsten Schritte haben Sie geplant?
Mit dem neu lancierten "Stop Buruli"-Konsortium werden wir die Forschung weiterhin vorantreiben können. Positiv dabei ist vor allem, dass gleichzeitig auf den vier verschiedenen Achsen "Übertragung", "Diagnose", "Behandlung" und "Sozio-kulturelle und –ökonomische Aspekte" geforscht wird.
In Kamerun werden wir die Forschungsaktivitäten in Ayos bezüglich Behandlung weiterverfolgen und versuchen, mehr über die Rückfallmechanismen nach Antibiotikabehandlungen in Erfahrung zu bringen.
Im Bereich Übertragung arbeiten wir an einer Kartographie der verschiedenen betroffenen Gebiete. Wir hoffen, dass wir dadurch neue Erkenntnisse über die Übertragungsmechanismen gewinnen werden.
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